Auf die Expansion folgt der Umzug

Unternehmen Sternenfrucht baut in Posthof eine Lager- und Logistikhalle und gibt Haverlah als Standort auf

 

Artikel in der Goslarschen Zeitung vom Samstag, 18. April 2020, Seite 25

Von Detlef Kühlewind

Posthof. Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Die Sternenfrucht GmbH & Co. KG expandiert – keine vier Jahre, nachdem das Unternehmen im Gewerbegebiet Posthof Richtfest gefeiert hat. Beim ersten Spatenstich für die neue Halle kündigt die Geschäftsführung an, dass sie noch große Pläne für Othfresen hat.

„Wir gestalten unsere Zukunft, auch in Zeiten von Corona“, erklärt Reinhard Hartung, Inhaber von Hartung Nahrungsmittel in Haverlah. Der 68-Jährige hat die Sternenfrucht GmbH als hundertprozentiges Tochterunternehmen gegründet. Mit dem Aufbau der Produktionskapazität in Posthof war die Aufgabenverteilung zunächst klar geregelt: Auf der neuen Anlage wurden die verschiedenen Saftkonzentrate in Tüten abgefüllt, verpackt und auf Paletten gestapelt. Dann wurde der Großteil der Ware per Lkw an den Standort in Haverlah transportiert, um sie für den Verkauf zusammenzustellen.

„Besser gekümmert“

Der jetzt begonnene Bau der Lager- und Logistikhalle ist sowohl für Haverlah als auch für Posthof von weitreichender Bedeutung: Er leitet den kompletten Umzug des Unternehmens ein. „Wir verabschieden uns aus dem Landkreis Wolfenbüttel, weil man sich hier besser um uns gekümmert hat“, sagt Hartung und blickt Liebenburgs Bürgermeister Alf Hesse an. „Das schreibe ich mir nicht allein auf die Fahnen“, antwortet Hesse und ergänzt: „Als die Anfrage für das Großprojekt kam, haben wir uns gefreut – in Posthof ging es nicht so recht weiter. Und wir haben uns gekümmert.“ Damit meint Hesse neben der Gemeinde Liebenburg auch den Landkreis Goslar mit der Wirtschaftsförderung Region Goslar (WiReGo). Außerdem verweist er darauf, dass Unternehmen in Liebenburg im nördlichsten Zipfel des Landkreises Goslar gerade noch so in den Genuss einer deutlich höheren Zuwendung durch den Südniedersachsenplan kommen. „Es war nicht nur die Förderung“, betont Hartung.

Die Gemeinde Liebenburg kann nun auf weiter steigende Gewerbesteuereinnahmen hoffen. „Schon im ersten Sternenfrucht-Jahr sind bei uns Gewerbesteuerzahlungen eingegangen, mit denen wir noch nicht gerechnet hatten“, verrät Hesse. „Wir haben vom ersten Jahr an schwarze Zahlen geschrieben“, bestätigt Hartung. „Die Haupterträge fielen in Haverlah an. Das ist dann vorbei“, ergänzt der Unternehmer und beziffert das in den vergangenen Jahren erzielte Umsatzplus auf rund 60 Prozent.

Keine Kurzarbeit

Das Unternehmen liefert pro Jahr rund fünf Millionen Packungen Saftkonzentrat mit jeweils zehn Liter Inhalt aus. Die Kunden, zu denen Altenpflegeheime, Kindertagesstätten, Jugendherbergen und die Bundeswehr gehören, beziehen von der Sternenfrucht nicht nur die Konzentrate, sondern auch eigens entwickelte Dispenser. An diesen Spendern füllen Verbraucher das Getränk in ihr Glas – je nach Modell übernimmt das Gerät nicht nur die Kühlung, sondern mixt auch die richtige Menge Wasser dazu, nach Wunsch mit und ohne Kohlensäure.

„Schon beim Bau vor vier Jahren war klar, dass wir irgendwann erweitern werden. Dass es nun so schnell geht, ist sehr erfreulich“, betont Fabian Wissel, Betriebsleiter und Geschäftsführer der Sternenfrucht. Die neue Halle ist ein Millionenprojekt. Sie wird 30 mal 35 Meter groß, hat eine Höhe von maximal zehn Metern und bietet Platz für 750 bis 800 Paletten sowie eine Werkstatt. Fertiggestellt sein soll sie spätestens im November.

Die 50 Mitarbeiter, die jetzt noch auf beide Standorte verteilt sind, haben dann ihren Sitz in Posthof. Für den Zuwachs wurden neue Büros im Obergeschoss ausgebaut. „Wir sind ein tolles Team. Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Truppe“, schwärmt Hartung von seinen Leuten. Im März wandte er sich mit einem Schreiben an alle Mitarbeiter und erinnerte an die großen Herausforderungen, die das Unternehmen bereits gemeinsam gemeistert hat. Anlässlich der Corona-Krise forderte er alle auf: „Lassen Sie keine grauen Gedanken an Ihre Seele.“ Kurzarbeit gibt es im Unternehmen nicht: Die Aufträge werden weiter ausgeliefert, personelle Überkapazitäten für Urlaube genutzt.

In Haverlah lässt Hartung auch ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück zurück, dass eine Option auf eine Betriebserweiterung bot. Expansionsmöglichkeiten gibt es auch in Posthof, selbst nach dem Hallenneubau. Hartung kann sich gut vorstellen, das Areal tatsächlich noch zu erweitern. „Bisschen was habe ich noch im Hinterstübchen“, kündigt er an und fährt fort: „Man muss Spaß haben, es ist nicht nur das Geldverdienen. Es ist der Erfolg, der Spaß macht.“

 

 

Zeitungsartikel aus der Goslarschen Zeitung vom Samstag, 18. April 2020

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